Jahresbericht

Jahresbericht 2011

Rückblick

Im Grossen Ganzen dürfen wir auf ein eher ruhiges Bibliotheksjahr zurückblicken. Auch personell waren keine Änderungen zu verzeichnen. Die neuen Mitarbeiterinnen hatten sich inzwischen so gut eingearbeitet, dass sie selbstständig ihr Resort betreuen konnten. Nach den turbulenteren Zeiten genossen wir die Stabilität und setzten unsere Energien für die Verbesserungen vor allem im Bereich der Medienpräsentation und Kundenpflege ein. Grössere und kleinere Projekte wurden realisiert.

In einer 2-wöchigen Aktion in den Sommerferien stellten wir die Sachbücher und die Belletristik im Obergeschoss um. Belletristik und Sachliteratur sind jetzt örtlich klar getrennt. Die verschiedenen Sachbuchserien für Jugendliche wie z.B. „Wieso – weshalb – warum“, „Willi will‘s wissen“ usw. werden jetzt gemeinsam auf einem separaten Gestell präsentiert. Der Vorteil ist, dass die bei den Jugendlichen beliebten Serien nicht mehr im Gestell verschwinden, sondern auffällig platziert sind. Die Serien wurden zahlenmässig aufgestockt und aktualisiert. Das neupräsentierte Angebot wurde rege benutzt. Die anderen Sachbücher sind neu auch nicht mehr nur nach DK sondern nach Themenbereichen eingeordnet.

Ein grosses Problem ist der wachsende Platzbedarf bei den elektronischen Medien. Deshalb wurden die Kinderhörbücher und ein Teil der Stellvertreter der Erwachsenenhörbücher in flache Plastikhüllen gesteckt. Holzleisten auf den Tablaren der Kinder- und Jugendbelletristik sollen verhindern, dass die Bücher immer nach hinten rutschen. Da unsere Theke im Erdgeschoss in einem desolaten Zustand war, wurde die Front ausgebessert und die Ablage mit einer Milchglasscheibe versehen.

Am 12. Januar 2011 konnte unsere neue Homepage aufgeschaltet werden. Zusammen mit dem BVIE und der Bibliothek Illnau haben wir jetzt einen zeitgemässen und ansprechenden Internetauftritt. Die Homepage ist für uns auch sehr gut zu bedienen.

12 Klassenführungen wurden dieses Jahr durchgeführt. Das Echo aus der Lehrerschaft war sehr positiv. An einem Vormittag zeigte Eliane Tomasi den Teilnehmerinnen des Kaffees International unser Angebot. Speziell machte sie die Ausländerinnen auf die Easy-Reader-Büchlein für Deutschlernende aufmerksam.

Unsere diesjährige Ratspräsidentin Barbara Scheidegger liess sich während eines Tages mit der Bibliotheksarbeit vertraut machen. Sie war sehr erstaunt, über unsere vielfältigen Tätigkeiten.

Die englischen Kinder- und Jugendbücher, welche wir von der Bibliomedia beziehen wurden rege ausgeliehen. Auf Wunsch einiger Kunden beziehen wir seit Mai eine kleinere Auswahl an englischen Hörbüchern für Erwachsene, welche auch guten Anklang fand.                    

Schlechte Nachricht bekamen wir von Seiten der Bibliothekskommission des Bezirks Pfäffikon. Da die Kako per 1. November 2011 ins Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich integriert wurde, werden die Bezirkskommissionen aufgelöst. Ein für uns Bibliothekarinnen wichtiges Netzwerk steht uns nicht mehr zur Verfügung. Im Moment ist noch unklar, wie wir uns für die gemeinsamen Aktivitäten organisieren wollen.

Mit Freude haben wir zur Kenntnis genommen, dass unsere Ausleihzahlen wieder gestiegen sind. 69178 Medien wurden 2011 ausgeliehen. Das sind 1067 mehr als 2010. Während die Ausleihe von Erwachsenenbelletristik stagniert, konnte die der Jugendlichen und Kinder um 845 Ausleihen (5.4%) gesteigert werden. Auch wurden 944 mehr Sachbücher ausgeliehen als im Vorjahr, was einer Verbesserung um 13.6% entspricht. Der Bestand wurde 4.08 x umgesetzt.Von den 886 aktiven Abos sind 318 Kinder- und Jugendabos. 2805 aktive Benützer sind in unserer Bibliothek registriert. 222 neue Karten wurden 2011 eröffnet, 56 davon sind Jugendabos.

Veranstaltungen

Am 10. März durften wir einen spannenden Abend mit der Zürcher Krimiautorin Mitra Devi erleben. Sie las aus ihrem neuesten Roman "Seelensplitter". Gebannt lauschten wir den kriminalistischen Fällen, welche in uns vertrauten Regionen in der Umgebung von Zürich handelten.

Eliane Tomasi verwandelte am Mittwoch, 6. April die Bibliothek in ein Kino. Die Kinder setzten sich mit einer Tüte Popcorn vor die Leinwand und verfolgten fasziniert die beiden Geschichten, die gezeigt wurden.
                                                                                                                   
Immer beliebt und gerne besucht ist unser Osterkaffee am Ostersamstag. Erwachsene und Kinder sassen bei Kaffee und Ostertaube gemütlich beisammen und viele liessen es sich nicht nehmen, sich beim Eiertütschen zu messen.                                                                                                              

„Weinsprache besser verstehen“ hiess unser Anlass am 16. September, bei welchem uns Frau Baumann vom Weingut Baumann in Oberhallau eine Menge über den Wein erzählte. Mit ihrer reichen Erfahrung als Winzerin konnte sie unsere zahlreichen Fragen beantworten, und natürlich blieb es nicht nur bei trockener Theorie: die von ihr beschriebenen Wein durften auch degustiert werden. Da am gleichen Abend ein grosser Konkurenzanlass der Schule stattfand, blieb die Besucherzahl leider unter unseren Erwartungen. Die Weinfreunde aber, welche den Weg in die Bibliothek fanden, wurden einenteils von Frau Baumann mit viel kompetentem Wissen und edlen Weinen und von Seiten der Bibliothek mit einer reichhaltigen Auswahl an Häppchen verwöhnt.

Im Rahmen der Kulturwochen, in diesem Jahr Osteuropa gewidmet, las Andrea Jost am 24. September aus dem Roman „An verschwundenen Orten“ von Bessa Myftiu, einer albanischen Autorin. Ein zahlreich erschienenes Publikum lauschte interessiert der Geschichte aus dem Alltag in Tirana, erzählt aus der Sicht eines Mädchens.Den ganzen November verwöhnten wir unsere Kundschaft in unserer Lese-Kaffeestube mit Gratis-Kaffee, Tee und Guetzli.

Manch einer liess es sich nicht nehmen, eine Ruhepause einzulegen, sich an unserem vielfältigen Zeitschriften- und Zeitungssortiment zu bedienen und lesend einen Kaffee zu geniessen. Am 26. November durften wir zusammen mit dem Kulturforum die Europameisterin in Slam Poetry, Lara Stoll, im Stadthaussaal begrüssen. Wir alle waren begeistert über die starke Bühnenpräsenz, den Sprachwitz und die Virtuosität, welche die junge Frau an den Tag legte. Obwohl Slam Poetry ein junges Publikum ansprechen sollte, bewegte sich das Durchschnittsalter des Publikums zwischen 50 und 60 Jahren. Schade, dass sich die Jungen nicht bei uns einfanden. Alles in allem ein sehr gelungener Anlass, wenn auch die Vorbereitungsarbeiten sich eher mühsam gestalteten und die Zusammenarbeit mit den neuen Stadthauspächtern noch verbesserungswürdig ist.

Das Bibliotheksjahr wurde abgerundet mit einem Adventskonzert am 10. Dezember mit Max Hess (Violine) und Matthias Haag (Handharmonika). Die festlichen Klänge brachten Vorweihnachtsstimmung in die Bibliothek und unsere Kundschaft konnte sich bei Weihnachtstee und Weihnachtsguetzli etwas vom der Hektik des Alltags erholen.

Sitzungen / Tagungen / Schulungen

In 5 Teamsitzungen wurde alles Wichtige betreffend Bibliotheksalltag besprochen.

Die folgenden Weiterbildungen und Anlässe wurden besucht:
  • Leiterinnentreffen in Effretikon
  • Bezirksausflug mit Besichtigung der Buchversandfirma buch.ch in Winterthur
  • Kurs „Bibliothekskonzepte“
  • Weiterbildung „Lesen ist auch digital“
  • Büchervorstellung der Buchhandlung Obergasse in Lindau und Hittnau
  • Weiterbildung „Ein Comic kann Vieles sein“
  • Kurs des SIKJM: Hörbücher für Kinder und Jugendliche
  • Kurs „Veranstaltungen mit kleinem Budget“
  • 6-teiliger Kurs an der Volkshochschule: Neuerscheinungen auf dem Schweizer Buchmarkt
  • GV der Gemeinnützigen Gesellschaft Effretikon
Claudia Kofel besuchte im Juni 2011 den 4-tägigen Einführungskurs und Eliane Tomasi vom Oktober 2011 bis im Februar 2012 den Grundkurs für Gemeindebibliothekarinnen.

Bibliotheksausflug

Das erste Ziel unseres Bibliotheksausflugs war die Taminaschlucht. Im Kurhaus Bad Pfäfers machten wir uns mit den Heilmethoden aus früheren Zeiten bekannt und besichtigten bei strömendem Regen die enge Schlucht. Bei einem feinen Mittagessen im Restaurant des Kurhauses Bad Pfäfers konnten wir uns dann wieder aufwärmen.

Gestärkt nahmen wir nun den Weg der Tamina entlang nach Bad Ragaz unter die Füsse. Weiter ging die Reise nach Chur. Währenddessen hatte sich auch die Sonne durchgesetzt und wir wurden mit sommerlichen Temperaturen verwöhnt. Brigitte Muggler erwies sich sodann als versierte Stadtführerin, und wir erfuhren viel Interessantes und uns bis anhin Unbekanntes über Graubündens Hauptstadt. Ganz herzlichen Dank an Brigitte für den schönen Tag, die gute Idee und die perfekte Organisation.

Ausblick

Da die IT-Abteilung der Stadt in diesem Jahr mit diversen anderen Projekten überlastet war, konnte die geplante Erneuerung der EDV nicht realisiert werden. Im 2012 werden wir dies nachholen.

Leider werden unsere Kunden im 2012 noch nicht die Möglichkeit haben elektronische Medien bei der Bibliothek zu beziehen. Beim DiviBib-Projekt haben sich einige organisatorische Probleme ergeben, so dass sich dessen Realisierung auf 2013 verschoben hat.

Claudia Kofel wurde für den Grundkurs angemeldet und Brigitte Muggler wird den Einführungskurs besuchen.

Dank

Ein ganz grosses Dankeschön geht an meine Mitarbeiterinnen. Der persönliche Einsatz jedes einzelnen für die Sache der Bibliothek und euer Mitdenken und Mitgestalten bei unseren Aktivitäten aber auch im Bibliotheksalltag macht es möglich, unserer Kundschaft eine attraktive Bibliothek mit einem aktuellen Angebot anzubieten.

Vielen Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen des Bibliothekvereins, insbesondere an unseren Präsidenten Herbert Kuhn, der immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat.

Mein Dank geht auch an
  • die Kolleginnen der Bibliothek Illnau und deren Leiterin Hanny Meier für die gute Zusammenarbeit.
  • die Behörden der Stadt für die finanzielle Grundlage-die Kantonale Bibliothekskommission
  • und die Bibliothekskommission des Bezirks Pfäffikon

Sabine Bergmann

Effretikon, 19. Januar 2012

Impressionen

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